DOSB Inklusionskampagne online

Im November fotografierte ich mit Jung von Matt/sports die Inklusionskampagne für den Deutschen Olympischen Sportbund, seit letzter Woche ist es veröffentlicht und in diesem Fall lohnt es sich ein paar mehr Worte zu verlieren, um zu beschreiben, wie der Weg zu den Bildern sich gestaltete.

Jung von Matt/sports sprach mich bereits im Frühsommer an, um gemeinsam die Motive zu planen und deshalb folgten Wochen des Castings und der Locationsuche, Ideenfindung und Verwerfen von selbigen.
Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – bei jeder Sportart dabei sein kann, dann ist das gelungene Inklusion. Inklusion meint mehr als die bloße Integration von „Abweichenden“ in eine sich nicht verändernde Welt – sondern umgekehrt die Anpassung dieser Umwelt an die jeweiligen Voraussetzungen der Menschen.
So ist die Veränderung auch im Sport langsam aber stetig bemerkbar und ich finde es toll, dass der DOSB einen seiner Schwerpunkte auf die Förderung des Anliegens legt.

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Unser erstes Motiv fotografierten wir im Judoraum des ETV.
Bereits beim Locationcheck hatte ich Glück mit dem Wetter und die Herbstsonne fiehl wunderbar durchs Fenster, aber da wir am Shootingtag natürlich kurze Belichtungszeiten und keine Bewegungsunschärfen haben wollten, mussten wir das Tageslicht mit Blitzen nachbauen.
Lichtsetzung war in diesem Fall überschaubar, zwei Normalreflektoren mit orangener Folie blitzten durch das Fenster, was nur in sofern schwierig war, dass der Judoraum im ersten Stock lag und ich natürlich trotzdem das Licht von oben kommen lassen wollte.
Also Stative ausfahren, reicht nicht, dann noch auf Kisten aufbocken, beschweren und Daumen drücken das die wackelige Geschichte hält und nichts umfliegt. Uff…
Im Raum einen beautydish und zwei Köpfe zum Aufhellen bestimmer Bereiche der Decke, den Wänden und Modellen. Das war’s.
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Einige Tage später stand Motiv Nummer zwei an: Basketball.
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In der neuen Halle der ebenso neuen Hamburg Towers fotografierten wir das in dieser Reihe aufwendigste Motiv.
Von Beginn an stand fest, dass wir es nicht in einem Schuss fotografieren könnten, sondern die unterschiedlichen Bildteile partiell belichten müssen.
Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, waren vier Blitze oben auf der Tribüne, die immer weiter verschoben wurden um Gegenlicht zu erzeugen und die Hallendecke sowie Sitze auszuleuchten. Zwei Blitze mit Waben schossen vom rechten Bildrand auf die schwarze Rückwand um den Verlauf zu zeichnen und mit weiteren Waben und Oktaboxen wurden die Sportler ausgeleuchtet. Stella bastelte das Ganze dann passend am Rechner zusammen.
Ich kann nicht wirklich beurteilen, wie viel Interesse an solchen Lichtinfos besteht und wie ausführlich ich soetwas machen kann (zum Beispiel mit Setskizzen), ohne dass es andere langweilt- Meinungsbild dazu deshalb gerne in die Kommentare.
In den Wartezeit des Shootings nutzen wir alle immer mal wieder die Gelegenheit den Ball zu greifen um ein paar Körbe zu werfen und mindestens ich war erschüttert, ob der Tatsache was von meinen Basketballskills in den 15 Jahren Pause übrig geblieben ist. Recht wenig.

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Motiv Nummer drei brachte uns einige Tage später in die direkte Nachbarschaft, der Schwimmhalle auf dem ehemaligen IGS- Gelände in Wilhelmsburg.
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Hier wollten wir eine Trainigssituation erschaffen, in der zwei Sportler zu sehr früher Stunde gemeinsam trainieren.
Als mein Assistent Trent und ich an der Halle ankamen, nieselte es noch und der Himmel war in alle Richtungen komplett bedeckt.
Das sollte sich allerdings noch ändern in wenigen Stunden und uns damit ganz schön zum Schwitzen bringen.
In der Mitte unseres Bildausschnittes stellten wir von außen zwei Blitze mit orangenen Folien direkt nebeneinander, um die aufgehende Sonne nachzubauen, dazu ließen wir das Tageslicht mitgehen um die breite Fensterfront aufzuhellen. Parallel richtete der Rest vom Team das Bild ein, räumte die Schwimmhalle auf und um und präparierte alles für das Shooting.
Sah recht schnell auch alles bestens aus, BIS die (richtige) Sonne rauskam – natürlich aus der völlig falschen Richtung und zu hoch. Damit ging es für Trent ans Abkaschen der Sonne, bei der Fenstergröße und Intensität nicht einfach.
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Erneut einige Tage später trafen wir uns dann Mittags in der Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins, einem Ort an dem ich vor einiger Zeit schon seeehr viele Stunden verbracht habe um zu klettern, heute ging’s jedoch ans Arbeiten.
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Wir fotografierten zuerst im Boulderbereich (klettern auf Absprunghöhe mit weichen Matten) um dann später doch in den regulären Kletterbereich zu gehen, da wir nicht ausreichend zufrieden waren mit den Ergebnissen unten.
Von da an wurde es komplizierter, denn zum einen war natürlich das Klettern und Verharren in bestimmten Positionen für Timo nicht ganz einfach (hat er aber großartig gemacht), zum anderen musste man nun einen Großteil der Halle nutzen, was zum einen dazu führte ständig rauf- und wieder runterzuklettern, zum anderen wollte ich gerne indirektes Licht von der Seite und blitze damit einen kompletten Hallenteil an.
Kam bestens an bei anderen Kletterern die gerade in der Wand an schwierigen Stellen hingen und dann stroboskopartig volles Pfund angeblitzt wurden. Sorry nochmal.

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Vielen Dank an alle Beteiligten, als da wären mein Assistent Trent, Stella Zolper für die Postproduction, Denis, Justus, Dustin, Julia, Grischa (alle Jung von Matt/sports), den Judokas Ramona und Lea, den beiden Basketballern Niklas und Janis, den Schwimmern Torben und André, sowie den Kletterern Igor und Timo.
Desweiteren Friederike van der Laan vom Eimsbüttler Turnverband, Michael Dietel von Bäderland, den Hamburg Towers, dem Team der Kletterhalle des DAV und natürlich 711rent.
Nicht zu letzt natürlich vielen Dank dem DOSB für Mut und Wille und insbesondere Vertrauen gegenüber unserem Team.
Bah, klingt schon fast wie ‚ne Dankesrede bei den Oscars, aber ohne diese Leute und ihre super Unterstützung hätte es auch nicht so hingehauen.


 
 
 

Ein Kommentar zu “DOSB Inklusionskampagne online”

  1. Markus
    24. Februar 2015 um 14:25

    Schöne Serie. Das Thema Inklusion schön, und vor allem nicht kitschig umgesetzt.

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