neue Serie von Boxerportraits auf meiner Webseite

Seite gestern sind auf meiner Webseite die Portraits des Boxteams aus dem Stall von Khoren Gevor und Pavel Melkomian.
Da ich bereits einige Fragen bekam, wie ich die Bilder aufgenommen habe, wollte ich gerne natürlich ein paar Worte dazu schreiben:
Bildschirmfoto 2017-05-24 um 14.21.33
Vor vier Wochen fotografierte ich im Hammerbrook Gym eine längere Abendschicht.
Ich wusste zwar im Vorraus schon sehr genau, was ich gerne machen möchte, aber noch nicht wie ich zum Ziel komme.
Rein technisch sollte es (der zugebenermaßen nicht ganz gelungenen Serie) aquaaqua ähneln, jedoch deutlich markanter und erkennbarer werden.

Die erste Stunde des Shootings stellte ich mit mir selber versuchsweise ein- weder wusste ich die genaue Belichtungszeit noch was genau in der kurzen Zeit alles passieren könnte. Das Ergebniss sah auch anfangs völlig scheiße aus und mehr nach Fotoschule auf Versuchsreise, irgendwann begriff ich dann endlich WIE die jeweiligen Komponenten zueinander funktionieren mussten.

Der erste Teil des Bildes ist das Portrait, welches von links mit einer engen Wabe über Normalreflektor fotografiert wurde (zugebenermaßen für mich ein eher ungewöhnliches Portraitlicht), über den Sportlern war an einer Stange ein 1X6 Striplight mit blauer Folie angebracht, welches zum einen das blaue Kopf- und Schulterlicht machte, zum anderen für den zweiten Teil der Belichtung („den Geist“) zuständig war.
Der zweite Teil bedeutete eine 2 sekündige Belichtung und dazwischen den blauen Blitz. Dadurch dass der Funkauslöser nicht auf der Kamera angebracht war, sondern ich ihn in der Hand hielt, konnte ich genau entscheiden wann der blaue Blitz kam- nämlich exakt in dem Moment des Haken, des Punches oder der Geraden.

Zu kompliziert? Also der Reihe nach: 2 Sekunden Belichtung beginnt mit beiden Blitzen die das Portrait machen, dann wird die Wabe ausgeschaltet und der Boxer bewegt sich, in der Bewegungsphase macht das blaue Einstelllicht die geisterhaften Schlieren und der zweite (ausschließlich blaue) Blitz (ebenso ausgelöst mit dem Funkauslöser in der Hand) wird im richtigen Moment gezündet.
Ich entschied mich nach einiger schon ganz vernünftigen Versuchen, die beiden Teile der Belichtung doch zu splitten- zwar funktionierte die Reihe sehr gut, aber es war für die Boxer eine zu lange Kombinationsfolge und somit pure Lotterie, ob man das ideale Ergebniss bekommt.
Somit fotografierte ich mit allen Boxern immer erst kurz das Portrait und anschließend die blaue Zweibelichtung, welche in Photoshop negativ multipliziert wurde.
Genug der Nerderei, sofern noch Fragen zum Vorgang sind, beantworte ich diese natürlich gerne in den Kommentaren.


 
 
 

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